Dienstag, 10. März 2009

Die Sudwala Höhlen

Zusammen mit den anderen Freiwilligen Jan Ekkert, Jan Evers und Simon Evers, den drei Fußballtrainern vom „Yes“-Projekt Sascha, Silvia und Annke, und Sifiso ein südafrikanischer Pfadfinder und guter Freund von Jan Evers und der drei Trainer, haben wir uns in die ältesten bekannten Höhlen der Welt begeben. Auf unserer ganz persönlichen Reise zum Mittelpunkt der Erde mussten wir gebückt durch hüfthohes Wasser waten, uns durch kleine Öffnungen quetschen, ein andauerndes Kräfte anstrengen durch ständiges hoch und runter klettern ertragen und eine völlig neue Definition des Wortes dreckig adoptieren. Die Kristallkammer am Ende unserer Reise war mein persönlicher Höhepunkt und tiefste erreichte Stelle unseres Abends. Für eine gefühlte halbe Stunde haben wir jegliches Licht ausgeschaltet und keinen Mucks von uns gegeben, was Jan Ekkert dazu verleitet hat in den dunklen Tiefen der Sudwala Höhlen ein Nickerchen zu halten. Wieder an der Erdoberfläche angekommen haben sich beide Jans und meine Wenigkeit eine kurze Dusche genehmigt.

Freitag, 6. März 2009

BP Lager

Nach fünf Tagen, in denen ich einer enormen Menge an Informationen und Eindrücken ausgesetzt war, wurde mein erstes Wochenende zu einem ereignisreichen Hochgenuss in dem ich an vier von fünf BP Lagern der fünf Pfadfinder Bezirke in Mpumalanga teilnehmen konnte. Im Grunde handelt es sich um ein Lager von Freitag bis Sonntag, in dem Pfadfinder zelten, verschiedenste Aktionen machen und über Lord Baden-Powell reden, dem Gründer der weltweiten Pfadfinderbewegung. Zuerst bin ich mit Jan Evers zum Bamboo/BambusNkomazi Bezirk gefahren, wo wir auch beide übernachtet haben. Das Lager war von einem Zaun mit Stacheln umgeben und innerhalb des Lagers war eine Mauer mit zerbrochenem Glas oben drauf um die Sanitäranlagen und einem Schwimmbecken gezogen. Was sehr bizarr wirkt, wenn man mit all diesen Zäunen und Maueren, die dem eigenen Schutz dienen, zum ersten Mal konfrontiert wird. Am nächsten Tag haben wir den East Bezirk für eine Weile besucht. Dort habe ich den größten Bambus „Baum“ meines Lebens gesehen. Der dritte Bezirk war Nsikazi der auf dem Grundstück von Eco Link (www.ecolink.co.za) gezeltet hat. Dort habe ich übrigens eine sehr interessante alte Dame gennengelernt. Sue Hart die Grunderin von Eco Link. Sie hat hier in Mpumalanga schon während Eco Linkder Zeit der Apartheid gelebt und war von Anfang an eine Widerstandskämpferin des Apartheidregims. Damals bot sie schwarzen Menschen einen Ort zum Leben und eine angemessene Ausbildung. Über die Jahre hinweg sammelte sie Gedochte von Schülern, Lehrern und Freunden und diese Gedicht Kollegtion nannte sie dann „Cries of the Heart“ „Tränen des Herzens“. Am Ende meiner Begegnund mit Sue gab sie Muzi (ein Rover, Pfafdinder zwischen 16 und 25 Jahre), Julia und Lucy (zwei Pfadfinder Leiter) und mir eine Kopie des Buches und einige Bücher über Umwelt und Beflanzung. Danach habe ich mit Muzi, der Ende März nach Deutschland fliegt um dort für drei Monate Werbung für die südafrikanischen Pfadfinder betreibt, Fußball gespielt. Ein 5 gegen 5 Spiel und natürlich hat die Manschaft gewonnen in der ich mitgespielt habe. Der letzte Bezirk war Iyamazane, bei dem rund 300 Pfadfinder den gesamten Lagerplatz für sich hatten, weil der Betreiben den gesamten Damm für die Allgemeinheit geschlossen hat. Dieses Wochenende hatte ich eine Menge Spaß.

































































































































































































Sonntag, 1. März 2009

Abschiedsfeier von Jan und Simon Evers

Am zweiten Dienstag in Südafrika war es dann soweit, die „Farewell” Abschiedfeier von Jan Evers, der nun schon sechs Monate hier als Freiwilliger gelebt hat und seinem Bruder Simon, der seinen Urlaub hier spontan als Freiwilliger verbracht hat, wurde mit einem prachtvollen Festessen eröffnet (rechts Dudley, hinten Muzi und vorne jüngster Sohn von Elvis). Vor diesem schmackhaften Essen habe ich Gracious, der Tochter von Nikki die übrigens eine begnadete Singstimme hat und Jan Ekkert noch ein paar Gitarrentricks gezeigt. Mit Lucky habe ich somit schon drei potentielle Gitarrenschüler denen ich mein umfangreiches Wissen weitergeben kann ;). Nach dem Essen gab es noch Reden von Jörg (Grillmeister), der hier nun schon seit 8 Jahren lebt und ursprunglich auch ein Freiwilliger war, von Nikki, meiner „umsorgenden Mutter“ und zugleich allwissenden Chefin und von Elvis dem Provincial Chairman von SASA. Am Ende haben beide noch die offiziellen Pfadfinderhalstücher der Provinz Mpumalanga mit einem Knoten aus Springbock überreicht bekommen, die man sich übrigens nirgends kaufen, sonder nur verdienen kann. (Auf den Bildern sieht man Charlie (Dudelsack), mit kurzen blonden Haaren Jan Evers, mit kurzen braunen Haaren und Brille Simon Evers und hinterm Grill Jörg)

Krüger Park Nachtfahrt

Drei Tage nach unserer Ankunft in Südafrika sind wir direkt in den Krüger National Park gefrahren. Ein Park Ranger hat uns hat uns auf einen sogenanten „night drive“ mitgenommen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ungefähr 20 km/h sind wir dann bei Tageslicht in einem Safari Jeep mit Anbau losgefahren. Auf unserem Weg durch eine grüne Hügellandschaft, über den Crocodile River hinweg und an großen Wassergräben vorbei haben wir die verschiedensten Tiere gesehen. Die „großen Fünf“ haben wir leider nicht gesehen, lediglich das Breitmaulnashorn und der afrikanische Elefant haben desöfteren unseren Weg gekreuzt. Aber wir haben ja noch genügend Zeit um den afrikanischen Büffel, den Löwen und den Leopard zu Gesicht zu bekommen. Weitere Tierarten waren Impalas, Zebras, Große Kudus, der Kopf eines Flusspferdes, Hasen, Mistkäfer und bei Nacht saß eine Eule alle 200-400m mitten auf der geteerten Straße, weil diese sehr viel Wärme abgibt die sie im laufe des Tages gespeichert hat. Die Frösche laufen hier übrigens überall um und in unserem Haus herum.



Die Geschichte von Thomas Gisela Schneider

So wie versprochen hier nun die Geschichte von Thomas Gisela Schneider. Am ersten Morgen nach unserer Ankunft haben Jan und ich Bekanntschaft mit Thomas aus Kap Stadt gemacht. Ein sehr freundlicher schwarzer Südafrikaner aus der Kap Region. Gleich zu Anfang hat er uns eingeladen, falls wir irgendwann in Kap Stadt vorbeikommen sollten, ihn zu besuchen. Nach einer knappen halben Stunde die wir gebraucht haben um uns nach dem Jetlag an die frühe Morgenstunde zu gewöhnen sind wir dann zu Nikki und unserer ersten Besprechung gerufen worden. In den „Monday meetings“ gibt jeder zunächst eine kurze Reflexion der vergangenen Woche und anschließend besprechen wir die bevorstehenden Aufgaben und den aktuellen Stand der Projekte. Ich kümmere mich übrigens um die Koordination eines, über das ganze Jahr angesetze, Straßenfußball Projektes, in dem zum einem Rover, Pfadfinder im Alter von 18-25, zu Trainern ausgebildet werden und danach werden diese 14 Teams à acht Kindern für das große Turnier gegen Ende des Projektes trainieren. Nach den Trainingseinheiten wird über HIV, moralische Werte und Umwelt diskutiert. So zurück zu Nikki, wärend des Meetings kamen wir irgendwie darauf: „Ach ja Thomas hat gesagt...“ und Nikki schaute uns nur sehr konfus an und dachte wir meinten Simon den Bruder von Jan (Evers). Vollkommen verwirrt fragte sie daraufhin Jan (Evers) wer denn dieser Thomas aus Kap Stadt sei und aus dem Flur antwortete Lucky „Ah, Hallo! Ich bin Thomas.“ Lucky ist übrigens einer der fünf sogenanten Fieldworker und hilft uns hier fast jeden Tag im Office aus. Ein Fieldworker kümmert sich im übrigen über einen bestimmten Pfadfinder Bezirk, d.h. hier in Mpumalanga gibt es fünf Bezirke und die decken leider nur einen geringen Teil von Mpumalanga. Aufgrund der weiten Entfernungen ist eine größere Deckung sehr schwierig. Lucky hat übrigens wie ihr hier bemerkt habt einen ausgeprägten Humor und kann sehr überzeugend sein, er hat Jan (Ekkert) sogar davon überzeugt Hühnchenknochen zu essen, weil es laut ihm Sitte in Südafrika sei.

Dienstag, 17. Februar 2009

Erste Eindrücke

Nach einer von langen Wartezeiten geprägten Reise und gestärkt durch ein deftiges "English Breakfast" sind wir, Jan und ich, nun endlich in Südafrika angekommen. Von diesem Zeitpunkt an wurden sämtliche Eindrücke hemmungslos von uns aufgesogen. Hier die Top 10.

Nummer EINS, wenn dir ein sehr adretter, junger, in organge gekleideter Mann am Terminalausgang auf aller freundlichste Weise entgegenkommt und dir seine Hilfe anbietet, tut er dies nicht auf einer rein altruistischen Basis, sondern erwartet stets eine Gegenleistung. Im Fall Jan Ekkert 20€ für die Begleitung zur Gepäckaufbewahrung. Ein Freundschaftpreis versteht sich, aber eher ein Extremfall.

Nummer ZWEI, schaut man sich die Landschaft genauer an, könnte man fast meinen sich in einer europäischen Region zu befinden. Was hauptsächlich auf die Regenzeit zurückzuführen ist, die sämtliche Gräser, Blumen, Blätter und Knospen sprießen, gedeihen, wachsen und erblühen lässt.

Nummer DREI, das Wetter ist sehr warm hier (Ein Swimmingpool ist keine 100m entfernt :). Die Sonne scheint jeden Tag, mit einer Durchschnittstemperatur von 25°C, +/- 5°C. Ab und zu haben wir hier auch schnell aufziehende Gewitter. Meist ab 17 Uhr oder morgens um 2 Uhr. Aufgrund von Blitzeinschlägen müssen wir daher auch alle elektrischen Geräte vorsorglich vom Stromnetz nehmen. Angenehm warme Nächte sind mit inbegriffen und ab und zu können sich auch Nebelbänke bilden.

Nummer VIER, selbst im Winter herrschen hier sommerliche Temperaturen. Im Durchschnitt 21°C, solange die Sonne scheint. Nachts wird es dann jedoch sehr kalt. Das Grün der Blätter verblasst und alles nimmt eher einen rötlich-braunen Ton an.

Nummer FÜNF, die verschiedenen Einflüsse der Niederlande, England und der USA, sind in vieler Hinsicht zu spüren. Ob in Sprache, Schrift, Infrastruktur, landschaftlicher oder kultureller Charakteristika.

Nummer SECHS, das Straßenverkehrsnetz ist sehr an das U.S. amerikanische angelehnt, obwohl es auch seine eigenen kleinen Unterschiede hat. Abgesehen vom Linksverkehr und der Geschwindigkeitsangabe in Km/h, gibt es hier keine links vor rechts Regel, sondern, wie in den USA, Stoppschilder für alle interagierenden Spuren der Kreuzung oder der Einmündung.

Nummer SIEBEN, ein Grundstückumschließender Stacheldrahtzaun, ein großes Eingangstor, Bewegungsmelder am Zaun, außerhalb und innerhalb der Häuser dienen zu Sicherheit. Wenn man den Alarm setzt ertönt ein "tööööt" oder wenn man ihn ausmacht "töööööt töööööt" ähnlich des Geräusch bei einem Autosicherheitsystems, jedoch bemerkbar lauter.

Nummer ACHT, wenn ihr jemals Thomas aus Cape Town begegnet, seit darauf gefasst gleich von der ersten Sekunde an auf den Arm genommen zu werden. Mehr dazu später.

Nummer NEUN, alles was nicht importiert werden muss ist im Normalfall billiger als in Deutschland. Gestern waren wir Essen und ich habe für zwei große LM Chicken mit Honey Mustard Sauce, Kartoffeln, verschiedenes Gemüse und einer Coke 100 Rand (R13 ≈ 1€) bezahlt. Was eigentlich auch schon teurer als Normal ist.

Nummer ZEHN, Pünktlichkeit wie in Deutschland hat hier eine differenziertere Ansichtweise. Da einige Menschen über kein privates Auto verfügen und selbst das Taxi für viele Hin- und Rückfahrten zu teuer ist, müssen die weiten Distanzen oft zu Fuß zurückgelegt werden. Daher sagt man meist, wenn jemand nicht pünktlich am vereinbarten Treffpunkt ist:"Afrikanische Zeit eben."

Mittwoch, 4. Februar 2009

Puuuh!

Nun endlich scheint mir nichts mehr im Weg zu stehen. Mein Reisepass mit dem kleinen Visumsvermerkt ist heute angekommen, alle wichtigen Seminare sind gelaufen und meine Führerscheinprüfung habe ich letzte Woche bestanden. Nur die kleine Plastikkarte werde ich erst voraussichtlich in einer Woche in der Hand halten, ja es gab da so eine kleine formelle Sache ... der berühmtberüchtigte Eintrag 01. Wäre ich bei der Prüfung ohne Brille aufgetaucht hätte alles so schön einfach sein können. Hmm, ich hätte mir aber auch meinen Sehtest mal genauer betrachten sollen.

Und damit ihr mal seht was man so auf einem Experiment e.V. Seminar alles macht, gibt es hier noch einen kleinen Rap von der Gewinnergruppe der Schnitzeljagt, welches der liebe Jan digital gebannt und bei youtube hochgeladen hat.